Mr. Jack

Wer fängt Jack the Ripper?

Autor: Bruno Cathala und Ludovic Maublanc
Verlag: Hurrican Games
Erschienen: Essen 2006
Anzahl Spieler: 2
Altersgruppe: ab 9 Jahren
Spieldauer: 30 Minuten
Spielregel: MrJack_Regel.pdf

Mr. Jack Foto: www.milan-spiele.de

Spielidee:

Mr. Jack ist ein typisches Detektivspiel Die Spieler befinden sich in London im Jahre 1888. Der schreckliche „Jack the Ripper“ treibt sein Unwesen im Londoner Stadtteil Whitechapel. Mehrere Detektive wollen ihn fangen, doch er verschwindet immer unbemerkt in die Dunkelheit. Die Detektive machen jedoch Fortschritte und können ihn immer mehr in die Enge treiben. Jack hat aber noch die Möglichkeit, sich als einer der Detektive zu verkleiden und mit dessen Identität zu fliehen. Nun stellt sich die Frage: Sind die Detektive schlau genug, um ihn enttarnen zu können?


Spielmaterial:

1 Spielplan mit der Abbildung des Londoner Stadtteils Whitechapel und einem Rundenzähler auf der rechten Seite.
8 Figurenscheiben in 8 verschiedenen Farben mit je einer Seite „verdächtigt“ und einer Seite „unschuldig“. Vor dem ersten Spiel müssen die Scheiben mit entsprechenden Aufklebern versehen werden.
6 Spielplättchen „Brennende Gaslaterne“, mit 1- 4 nummeriert und zwei ohne Nummerierung
2 Plättchen mit geschlossenen Kanaldeckeln
2 Plättchen Polizeisperre
1 Rundenzählstein
1 doppelseitige Karte „Zeuge“/“Kein Zeuge“
8 Figurenkarten und 8 Alibikarten


Mr. Jack - Spielplan Foto: www.milan-spiele.de


Spielvorbereitung:

Die Spieler einigen sich, wer die Rolle von Jack übernimmt. Die Figurenscheiben und Gaslaternenplättchen werden wie vorgegeben auf dem Spielplan platziert. Die Hälfte der Figuren muss sich dabei im Dunkeln befinden. Alibikarten werden gemischt und der Mr. Jack Spieler zieht eine Karte. Er nimmt nun die Identität dieser Detektivfigur an und legt die Karte verdeckt vor sich ab. Die Charakterkarten werden gemischt und die Hälfte wird ausgelegt. Der Rundenzähler kommt nun auf die rechte Leiste des Spielplans und das Spiel kann beginnen.


Spielbeschreibung:

Auf dem Spielplan sieht man den Stadtteil Whitechapel. Es gibt erleuchtete Gaslaternen und unbeleuchtete. Die Felder neben den erleuchteten Laternen sind automatisch mitbeleuchtet, die anderen jedoch nicht. Das bewirkt ein Licht und Schattenprinzip.

Mr. Jack übernimmt die Identität eines Detektivs und muss sich 8 Spielrunden (gem. Spielleiste) gekonnt verstecken bzw. tarnen. Er muss vor Morgengrauen unerkannt bleiben oder aber versuchen in irgendeiner Runde zu entwischen. Dafür muss er allerdings in der vorherigen Runde im Schatten gestanden haben. Der zweite Spieler muss Jack fangen und wird somit Inspektor genannt. Er hat die Aufgabe, Jack zu enttarnen und vor Morgengrauen (8. Spielrunde) zu verhaften. Pro Runde gibt es 4 aktive Charaktere. Jeder Spieler darf 2 Figuren bewegen. Nach den Zügen werden die Zeugen verhört. Der Spieler mit der Rolle des Jacks muss nun überprüfen, ob die Figur, dessen Identität er angenommen hat, sich im Licht oder Schatten befindet. Dies heißt: Wird er nun von einem Zeugen gesehen oder nicht?

Wenn die Personen von einer Gaslaterne beleuchtet werden, neben einer anderen Person stehen oder von der Taschenlampe des Dr. Watson beleuchtet werden, stehen sie im Licht und sind somit sichtbar. Durch diese Zeugenaussagen kann der Inspektor in jeder Runde Detektive ausschließen und diese Figurenplättchen zur Kennzeichnung umdrehen. So kommt der Inspektor irgendwann dahinter, wer Jack ist. Im Spiel liefert sich Jack mit dem Inspektor eine Verfolgungsjagd, wobei es sich immer darum handelt, ob nun Jack im Licht oder Schatten steht. Der Inspektor sollte möglichst schnell Verdächtige ausschließen und Jack sollte den Inspektor möglichst lange täuschen und die Figuren entsprechend platzieren, damit immer ausreichend Personen als mögliche Verdächtige vorhanden sind.

Kurzum zum Verlauf einer Runde:

1. Wahl der zu bewegenden Charaktere und ausführen der entsprechenden Besonderheiten.

2. Jack muss eine Zeugenaussage machen, ob er im Licht oder Schatten steht. Wenn er im Schatten steht, könnte er in der nächsten Runde die Möglichkeit nutzen abzuhauen.

3. Auf der Rundenzählleiste ist angezeigt, welche Gaslaternen zum Ende einer Runde gelöscht werden müssen, so dass automatisch immer weniger Spieler im Licht stehen.

4. Am Ende einer geraden Rundenzahl werden die Figurenkarten neu gemischt.

Zu den 8 Figuren:
Auf den Karten sind der Name und die Figur abgebildet. Des Weiteren erkennt man durch entsprechende Symbole die Zugweise, die besondere Stärke und wann diese Stärke eingesetzt werden kann. Zu diesen 8 Figuren bzw. Detektiven gehören: Sherlock Holmes, John H. Watson, John Smith, Inspektor Lestrade, Miss Stealthy, Sergeant Goodley, Sir William Gull und Jeremy Bert. Als Beispiel möchte ich nun die Karte „Sergeant Goodley“ erklären: Er kann 1-3 Felder ziehen und kann seine Trillerpfeife benutzen. Mit dieser Trillerpfeife kann er andere Inspektoren bzw. Personen im Spiel zu Hilfe rufen. Man hat mit ihm die Möglichkeit, weitere 3 Felder zu nutzen und kann eine oder mehrere Personen in Richtung Sergeant Goodley ziehen. Eingesetzt werden kann diese Besonderheit am Anfang oder am Ende des Zuges.

Es gibt drei Möglichkeiten für das Ende des Spiels:

- Das Spielende tritt ein, wenn Jack aus dem Stadtteil fliehen kann.
- Der Inspektor Jack verhaften kann.
- Jack am Ende der 8. Runde immer noch nicht gefangen werden konnte.


Fazit:

Mr. Jack ist ein wirklich spannendes Detektivspiel. Im Londoner Stadtteil Whitechapel geschehen schreckliche Morde. Sherlock Holmes, John H. Watson, John Smith, Inspektor Lestrade, Miss Stealthy, Sergeant Goodley, Sir William Gull und Jeremy Bert jagen Jack the Ripper. Doch Vorsicht ist geboten, da Jack auch die Identität der Detektive annehmen kann. Es gibt die Rolle des Mr. Jack und die des Inspektors. Mr. Jack versteckt sich und der Inspektor muss ihn verhaften, um das Spiel zu gewinnen. Sollte dies dem Inspektor bis zum Ende des Spiels nicht gelingen oder aber Mr. Jack frühzeitig aus Whitechapel verschwinden können, so hat Mr. Jack gewonnen. Die Spieler haben die Möglichkeit durch entsprechende Züge auf den Feldern des Spielplans, in ihrer vorher festgelegten Rolle als böser Jack oder als guter Inspektor, geschickt ihre Chancen zu nutzen und das Spiel für sich zu entscheiden. Durch ein in jeder Runde auftauchendes Ausschlussverfahren wird der Kreis der Verdächtigen immer kleiner und Jack muss sich nach jeder Runde äußern, ob er von Zeugen gesehen wird oder nicht. Dieses Spielprinzip erzeugt Spannung und sorgt für ein abwechslungsreiches Spiel.

Das Spiel führt meistens zu einer Revanche, da man auch unbedingt mal die andere Rolle spielen möchte.

Die Spieler haben großen Einfluss auf das Spiel und dies führt zu einem interaktiven Spiel, das einen hohen Wiederspielreiz verursacht.

Die Regel ist sehr gut erklärt und die Karten einzeln erläutert. Die Grafik ist sehr gut gelungen, so dass das Spiel auch optisch viel zu bieten hat. Das Spielmaterial ist sehr gut, wobei dem Verlag Fehler bei der Produktion unterlaufen sind. So kann man die Farbe der Alibikarten von der Seite erkennen und eine Laterne hat einen helleren Hintergrund als die anderen. Bezüglich der Alibikarten liegt eine entsprechende Lösung bei und natürlich auch eine Entschuldigung. Ich nehme an, dass dieses Problem bei den Neuauflagen nicht mehr besteht.

Mittlerweile ist eine kleine Erweiterung namens „Die Kutsche“ im Internet zu bekommen. Die Kutsche kann von beiden Spielern genutzt werden.

Das Spiel ist meiner Meinung nach eines der besten Zweipersonenspiele, allerdings ist es für Mr. Jack sehr schwer zu gewinnen, es besteht jedoch die Möglichkeit in der 3. Runde als Mr. Jack sehr schnell zu verschwinden und das Spiel zu gewinnen.

Vielspieler sollten sich dieses Spiel nicht entgehen lassen und es kaufen. Ein typisches Familienspiel ist es eher nicht, da es als Zweipersonenspiel etwas für Leute ist, die nur sehr schwer ausreichend Spielpartner zusammen bekommen. Dieses Spiel ist eine sehr gute Alternative für einen Spieleabend zu zweit. Obwohl das Spiel eine Menge Spaß macht, könnte der Preis meiner Meinung nach etwas geringer ausfallen.

Aufgrund des doch erhöhten Kaufpreises und der in dieser Auflage grafischen Fehler sowie der Tatsache, dass das Spiel nicht immer ganz so ausgewogen ist, ziehe ich einen Punkt ab.

Trotzdem kann ich das Spiel aufgrund des hohen Wiederspielreizes sehr empfehlen. Eine Erweiterung zu diesem Spiel ist übrigens vom Verlag bereits geplant.


Unsere Spielspaß-Wertung: gutes Spiel


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