Wucherer

Von Vermietern und ihrem bunter Mietervölkchen

Autor: Friedemann Friese
Grafik: Franz Vohwinkel
Verlag: Abacus Spiele
Erschienen: 1997
Anzahl Spieler: 2 - 6
Altersgruppe: ab 10 Jahre
Spieldauer: 20 - 30 Minuten
Spielregel: Wucherer.pdf

Wucherer Foto: www.yatego.com

Einleitung:

Unter dem Motto: "Schaffe, schaffe, Häusle baue, oder Bloss kein Stress und lieber irgendwo einmieten?" wurde das Spiel 1997 durch den Abacusspiele Verlag auf den Markt gebracht. Als Hauseigentümer bzw. Vermieter haben die Spieler es mit der Polizei, Irren, Freaks, Prominenten, Familien, mit einer alleinerziehenden Mutter, Musikern, Rentnern, Singles und Studenten etc. zu tun.


Spielidee:

Die Spieler bauen mittels ihrer Handkarten Häuser und vermieten diese an sehr lukrative, aber auch eher lästige und nicht so zahlungskräftige Mieter. Aktionskarten sorgen für Überraschungen und können zu Umzügen führen . Wenn der Kartennachziehstapel aufgebraucht ist, hat der Spieler mit dem meisten Geld gewonnen.


Spielmaterial:

110 Spielkarten, beliebig bedruckt
Auf der Rückseite ist auf allen Karten die gleiche Außenansicht eines Stockwerkes. Die Vorderseiten der Karten zeigen andere Gebäudeteile, Ereignisse oder Mieter.
1 Spielregel
Kopiervorlage für Deutsche Miet-W(a)ehrung, kurz DMW genannt (Geldscheine sind zum ausschneiden)


Wucherer - Spielmaterial Foto: www.michas-spielmitmir.de


Spielvorbereitung:

Vor dem ersten Spiel muss die Kopiervorlage mit den Geldscheinen kopiert und entsprechend zugeschnitten werden.

Jeder Spieler bekommt eine Stockwerkkarte mit einem Dach.

Die Karte Knast wird heraussortiert und beiseite gelegt. Stockwerkkarten werden gemischt und zu je 5 Karten an die Spieler verteilt. Des weiteren erhält jeder Spieler 3 DMW. Die restlichen Stockwerkkarten werden verdeckt als Nachziehstapel bereitgelegt.


Spielbeschreibung:

Der linke Nachbar vom Kartengeber beginnt mit dem Spiel. Das Spiel wird im Uhrzeigersinn fortgeführt. Ist ein Spieler am Zug, verschafft er sich zuerst einen Überblick, spielt Karten aus, kassiert Miete und zu guter letzt können Karten erworben werden.

Überprüfung der Häuser:
Der Vermieter muss überprüfen, ob Hausbesetzer in einem seiner Häuser wohnen, da dies Konsequenzen auf andere Mieter hat und diese dann ausziehen. In diesem Fall muss der Spieler versuchen sie in einem anderen Haus unterzubringen, sollte kein eigenes Haus frei sein kommen die Mieter in ein Haus der Mitspieler, falls dies auch nicht möglich ist, so kommt die Mieterkarte auf den Ablagestapel.

Karten ausspielen
Der aktive Spieler darf soviel Karten ausspielen wie er möchte. Diese Karten können ihm ermöglichen, dass er ein Haus bauen oder ausbauen, Mieter einziehen lassen oder Aktionen ausführen kann. Wenn ein Haus gebaut wird, legt der Spieler Stockwerkkarten aus und vervollständigt sie mit einem Dach, welches er als Karte haben muss. Dachwohnungen sind sofort bewohnbar und gelten nicht wie ein Stockwerk. Bereits erbaute Häuser können nur ausgebaut werden als Dachgeschoss oder als Kellerwohnung. Um Mieter einziehen zu lassen, legt der aktive Spieler eine Karte mit abgebildeten Mietern von seiner Hand auf eines seiner Stockwerke. Es gibt Mieter die der Länge nach abgebildet sind und welche die in der Breite nach abgebildet sind. Normalerweise wird nur ein Stockwerk pro Mieter benötigt, aber die in der Länge bzw. Hochformat abgebildeten benötigen mehrere Stockwerke, zudem gibt es Mieter, die z. B. nur in zweigeschossigen Häusern wohnen dürfen.

Außerdem können Aktionskarten gespielt werden. Sollte der aktive Spieler eine Aktionskarte ausspielen, die seinen Mitspielern schadet, so können diese reagieren und sich mit entsprechenden Karten verteidigen. Auch wenn der aktive Spieler damit nicht erfolgreich sein sollte, kann er seinen Zug ganz normal beenden.

Die Karten erklären sich durch entsprechende Abbildungen und Texte von selbst. Zum einen gibt es die Karten mit den Mietern auf denen die entsprechenden Wohnbedingungen, die Höhe der Stockwerke und die Mieteinnahmen abgebildet sind.

Zu den weiteren Karten zählen die Dächer- bzw. Ausbauarten. Es gibt ein normales Dach, Flachdach, die Dachwohnung, den Dachausbau und die Kellerwohnung.

Aktionskarten dienen zur Verteidigung oder können Schäden verursachen. So darf man mit der Abrisskarte ein ganzes Haus abreißen und die Mieter in andere Häuser einziehen lassen oder man kann die Karte "Eigenbedarf" spielen, so dass dieser geschädigte Spieler seine Mieter wieder zu seinen Handkarten nehmen muss. Die Aktionskarten sind durch entsprechende Grafik erklärt und mit Text auf den Karten abgebildet. Die Spieler können es z.B. mit einem Irren, Bomben oder sogar mit Mord zu tun bekommen. Es kann vorkommen, dass man des Mordes bezichtigt wird und ohne eine Alibikarte macht man dann Bekanntschaft mit dem Knast.

Mieteinnahmen:
Wenn der aktive Spieler keine Karten mehr ausspielen möchte, erhält er seine Mieteinnahmen. Auf den Karten mit den Mietern ist jeweils über dem Geldschein oben links die Mieteinnahme abgebildet. Für Wohnungen ohne Mieter gibt es 1 DMW. In Häusern mit Hausbesetzern fallen keine Mieteinnahmen an. Spieler, die keine Häuser mit Mieteinnahmen besitzen oder gar im Knast sitzen, erhalten als Trost 1 DMW.

Karten kaufen bzw. Nachschub:
Da die Spieler Kartennachschub benötigen, können sie am Ende ihres Zuges Karten vom verdeckten Nachziehstapel kaufen. Bis zu 5 Karten kosten 1 DMW der Preis steigert sich ab der sechsten Karte auf 2 DMW. Die Spieler dürfen den Nachschub jedoch nur von ihren aktuellen Mieteinnahmen bezahlen. Eine Tauschmöglichkeit von Karten in DMW gibt es nicht.

Spielende:
Wenn der Nachziehstapel bei 2-4 Spielern aufgebraucht ist, hat jeder Spieler noch einen Zug und dann wird gewertet. Der Spieler der die letzte Karte vom Stapel nimmt ist nicht noch mal an der Reihe. Im Spiel mit 5-6 Spielern gibt es einen zweiten Durchgang. Der Abwurfstapel wird gemischt und als Nachziehstapel bereitgelegt, das Spiel endet dann wie das Spiel für 2-4 Spieler.

Zu den Varianten:
Es gibt verschiedene Varianten, so kann man sich z. B. darauf einigen, dass das Geld verdeckt hingelegt wird oder aber dass gewisse Mieter durch Sondereigenschaften eingeschränkt sind. So könnte der Rentner z.B. nur in das Erdgeschoss ziehen oder die Freaks könnten nur in unbewohnte Häuser oder mit anderen Freaks in ein Haus ziehen. Durch die Prominenten könnte die Miete der anderen Mieter erhöht werden, da es etwas Besonderes ist, in diesem Haus zu wohnen. Die Promis müssten dann allerdings nur die Hälfte an Miete bezahlen.


Fazit:

Wucherer ist ein sehr spannendes Mietpoker-Kartenspiel. Jede Karte hat zwei Seiten die verwendet werden können. Auf einer Seite gibt es die Mieter, Aktionen oder Dächer und auf der anderen Seite die Stockwerke. Durch die verschiedenen Mieter, die alle ihre Eigenarten haben und die gemeinen Aktions- bzw. Ereigniskarten ist das Spiel sehr abwechslungsreich und lustig. Interaktion, Glück und Taktik machen dieses Spiel reizvoll.

Zum Ende des Spiels sollte man den Nachziehstapel immer im Auge behalten, damit man gegebenenfalls noch die Chance ergreifen kann, ein Haus mit Mietern auszuspielen, bevor alles vorbei ist. Um die anderen Spieler zu ärgern, kann man mit einem entsprechenden Ausbau dafür sorgen, dass die unliebsamen Hausbesetzer es sich bei den Mitspielern gemütlich machen. Außerdem kann man vom Knast aus einen Mord verüben, da man automatisch ein Alibi besitzt. Der Linke Nachbar ist dann der Angeschmierte, da er nun von der Polizei verdächtigt wird.

Die Regeln sind sehr gut erklärt und die Karten werden einzeln aufgeführt und erläutert. Das Spielgeld muss man jedoch kopieren und zurechtschneiden. Von der Grafik der Spielkarten kann man nur begeistert sein, da sie sehr originell und thematisch absolut passend ist.

Wir haben das Spiel bereits zu zweit und zu viert gespielt. Die Vierer-Runde war weitaus lustiger als die Zweier-Runde, wobei es auch zu zweit spielbar ist.

Wucherer ist ein kurzweiliges Spiel für "Mal eben zwischendurch" und sorgt durch das Ärgerelement (Aktions- bzw. Ereigniskarten) für viel Spaß. Das Spiel ist sowohl für Familien und Vielspieler geeignet. Gestört hat mich nur, das man das Geld erst noch kopieren und entsprechend schneiden muss, aber für den Preis kann man qualitatives Spielgeld wohl auch nicht erwarten.

Das Spiel lohnt sich!


Unsere Spielspaß-Wertung: gutes Spiel


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