Wer braut die besten Zaubertränke?

Alchemist

Foto: www.boardgamegeek.com

  • Autor: Carlo A. Rossi
  • Verlag: Amigo Spiele
  • Erschienen: Nürnberg 2007
  • Anzahl Spieler: 2 - 5
  • Altersgruppe: ab 10 Jahre
  • Spieldauer: 40 Minuten
  • Spielregel: Alchemist_Regel_14056.pdf
 

Spielidee:

Wie der Titel es schon vermuten lässt, schlüpfen die Spieler in die Rolle eines Alchemisten. In einem Wettstreit der Alchemisten werden die absonderlichsten Zutaten für Zaubertränke verwendet. Mischungen aus Vogelbeinen, Pilzen, Schlangengift, Trollaugen und Spinnen sorgen für mächtige Tränke und Siegpunkte. Auch kopierte Rezepturen tragen durchaus zum Ruhm bei und nur, wer am Ende durch seine mächtigen Rezepturen die meisten Ruhmespunkte erlangt hat, darf sich Adeptus Supremus nennen.

Spielmaterial:

1 Kompendium (Spielplan), 5 Schulplättchen, 5 Sichtschirme, 160 Ingredienzien (Holzwürfelchen in 5 Farben, 32 pro Farbe), 10 Ruhmesplättchen, 30 Siegelsteine, 5 Insignien, 1 Orakelbeutel

Alchemist - Spielplan

Foto: www.boardgamegeek.com

Spielvorbereitung:

Der Spielplan, auch Kompendium genannt, wird in die Mitte des Tisches gelegt. Ruhmesplättchen sowie Ingredienzien (Zutaten) in Form von fünf verschieden farbigen Holzquadern werden neben dem Spielplan ausgelegt. Die Spieler wählen eine Farbe und erhalten jeweils sechs Siegelsteine und den passenden Sichtschirm. Einer der Siegelsteine dient als Zählstein und wird auf das erste Feld der Zählleiste auf dem Spielplan platziert. Die verbliebenen fünf Siegelsteine werden offen vor dem Sichtschirm jeden Spielers ausgelegt. Der schwarze Orakelbeutel sowie der offene Vorrat werden entsprechend der Spieleranzahl mit Zutaten in Form von Holzquadern bestückt. Nach dieser Verteilung darf jeder Spieler geheim 12 Zutaten (auch Ingredienzien genannt) aus dem Orakelbeutel ziehen und hinter seinen Sichtschirm platzieren. Die verbliebenen Zutaten im Orakelbeutel werden noch für das Spiel benötigt. Abschließend zieht jeder Spieler verdeckt eines der insgesamt 5 Schulplättchen. Die Schulen stehen symbolisch für eine der 5 Zutaten. Der Spieler, dessen Zutat am meisten benötigt wurde, erhält bei der Schlusswertung Sonderpunkte. Startspieler ist der jüngste Adept.

Spielbeschreibung:

Alchemist - Die fünf Schulen

Foto: www.boardgamegeek.com

Auf dem Spielplan sind 10 Kessel mit jeweils 5 Markierungen für vorgesehene Zutaten abgebildet. Pro Kessel sind jedoch zwei der insgesamt fünf Zutaten nicht zulässig, so dass sich die Kombination pro Kessel in Grenzen hält. Die zwei unzulässigen Zutaten sind jeweils über den Kesseln abgebildet. Zwischen den Zutaten ist eine Markierung für die Ruhmesplättchen vorgesehen. Eine abgebildete Zählleiste umrandet die Kessel. Nun ist es Aufgabe der Alchemisten, die Kessel mit ihren Zutaten zu befüllen. Allerdings ist es nicht erlaubt, eine Zutat mehr als zweimal für einen Trank zu verwenden. Außerdem dürfen die Spieler eine bereits vorhandene Rezeptur nicht noch einmal „erfinden“ und auf dem Spielplan in Form einer Quaderkombination auslegen.

Der aktive Spieler kann zwischen drei Aktionen wählen. Er kann einen neuen Trank entwerfen, einen vorhandenen kopieren oder aber passen.

Trank entwerfen:
Sobald ein Spieler einen Trank gebraut hat, markiert er diesen mit einem seiner Siegelsteine. Um einen Trank zu entwerfen, kann der aktive Spieler eine Zutatenkombination aus seinem eigenen Vorrat auf die Markierungen der Kessel ablegen. Hierbei ist jedoch zu beachten, dass pro Zutat nicht mehr als zwei ausliegen dürfen. Die beiden über dem Kessel abgebildeten Zutaten dürfen nicht im Trank enthalten sein, da sie bei Fertigstellung erst als Nebenprodukt entstehen und zur Belohnung dienen. Außerdem darf jeder Trank (Zutatenkombination) nur einmal gebraut werden. Insgesamt können bis zu fünf Zutaten für einen Trank ausgelegt werden. Nach Fertigstellung hat der Spieler die Möglichkeit, den Wert des Tranks selbst zu bestimmen. Hierfür wählt er eines der noch ausliegenden Ruhmesplättchen, platziert dieses auf die vorgegebene Markierung des Kessels und erhält die entsprechende Punkteanzahl (von 1 bis 10) als Siegpunkte sowie die entstandenen Nebenprodukte in Form von zwei Zutaten.

Trank kopieren:
Jeder, der einen bereits fertiggestellten Trank eines Mitspielers kopiert, erhält sofort die hierfür vom Mitspieler vorher festgelegten Siegpunkte sowie die entsprechenden Nebenprodukte. Der Spieler muss dafür nur die gleiche Zutatenkombination abgeben wie sein Mitspieler, der den Trank „erfunden“ hat. Eine Zutat davon erhält der ursprüngliche Hersteller des Tranks als Tribut und die restlichen Zutaten kommen aus dem Spiel. Seine eigenen Tränke kann man selbst nicht mehr kopieren.

Passen:
Sollte ein Spieler keine gewünschte Zutatenkombination besitzen, kann er passen und eine beliebige Zutat vom offenen Vorrat nehmen oder zwei Zutaten aus dem Orakelbeutel ziehen.

Abschlusswertung und Spielende:
Das Spiel endet, sobald zum Abschluss einer Spielrunde vom offenen Vorrat 3 oder mehr Zutatensorten aufgebraucht sind. Je zwei Zutaten, die sich noch im Besitz der Spieler befinden, bringen einen Siegpunkt. Außerdem wird der Erfolg der insgesamt fünf Schulen überprüft. Dazu werden die übriggebliebenen Zutaten der Spieler wieder zum offenen Vorrat gelegt. Die Zutat, von der am wenigsten übrig geblieben ist, war am gefragtesten und bringt für die entsprechende Schule den ersten Platz und damit Siegpunkte ein. Je nach Spieleranzahl werden auch für die übrigen Ränge Punkte vergeben. Wer nach dieser Punktevergabe vorne liegt, hat das Spiel gewonnen.

 

Fazit:

Alchemist - Die Holzwürfel

Foto: www.boardgamegeek.com

Wer braut die mächtigsten Zaubertränke? Die Spieler entwerfen neue Tränke oder kopieren fremde, um wichtige Siegpunkte zu erlangen und als Adeptus Supremus das Spiel zu gewinnen.

Man sollte stets beachten, dass nur die anderen Spieler einen eigenen, gebrauten Trank kopieren dürfen. Wenn z.B. ein Spieler einen Trank bestehend aus nur einer Zutat entwerfen und dafür eine hohe Punktzahl vergeben würde, würde er diese Punkte nur ein einziges Mal erhalten. Die Mitspieler hätten jedoch die Möglichkeit, durch wiederholtes Kopieren dieses Tranks immer wieder Punkte zu kassieren. Daher kann kopieren manchmal geschickter sein, als selber zu entwerfen. Allerdings kann man durch das Entwerfen von Tränken, die Zutat, welche für die eigene Schule steht, am besten aufbrauchen. Daher gilt, je weniger eigene Tränke man braut, umso weniger Einfluss nimmt man auf die verbrauchten Zutaten. Insgesamt sollte man versuchen, keine Tränke mit zu wenigen Zutaten und zu hoher Punktzahl zu brauen. Außerdem muss man immer darauf bedacht sein, die Mitspieler dazu zu bringen, die Zutat der eigenen Schule oft einzusetzen. Insgesamt ergeben sich mehrere Zielkonflikte, die man beim Lesen der Spielregel noch gar nicht erkennen kann, die sich dem Spieler aber nach mehrmaligem Spielen erschließen.

Glücksbedingt ist natürlich das Ziehen aus dem Orakelbeutel, ansonsten sollte geschicktes, taktisches Planen gefragt sein. Der Spielplan ist in seinem Design geheimnisvoll und dunkel gestaltet. Die abgebildeten Kessel wirken erst etwas seltsam, aber insgesamt erinnert alles irgendwie an die Zauberschule aus „Harry Potter“. Die Holzwürfelchen sind einfach gestaltet, wobei orange und gelb etwas schwer zu unterscheiden sind. Insbesondere stimmt die Farbe der Würfel nicht mit der Farbe auf dem Spielplan überein, was in unserer Runde oft zu Verwechslungen geführt hat. Hier sollte unbedingt nachgebessert werden.

Die Spieldauer ist recht kurz, wodurch das Spiel meiner Meinung nach für Vielspieler als Absackerspiel geeignet ist. Allerdings fehlt dem Spiel ein wenig die Spannung. Ansonsten ist das Spiel schnell erlernbar und am besten in einer Viererpartie zu spielen. Letztlich muss man nur gut vorausplanen, um die richtigen Zutaten einsetzen zu können. Rundum also eine nette, familientaugliche Spielidee mit leichtem Spieleinstieg und zu Recht auf der Empfehlungsliste von „Spiel des Jahres“. Wer die „Harry Potter“-Atmosphäre, sowie planbare Spiele und ein wenig Geheimnistuerei mag, liegt bei diesem Spiel genau richtig.

Wir danken dem Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplars!

 

Unsere Spielspaß-Wertung:

nettes, überdurchschnittliches Spiel

Dieses Spiel jetzt bestellen bei...

Bitte klicken Sie auf den Banner!