Ruhm und Ehre für unser Fürstentum

Die Fürsten von Florenz

Foto: www.amazon.de

  • Autor: Wolfgang Kramer
  • Verlag: Pro Ludo
  • Erschienen: Nürnberg 2007
  • Anzahl Spieler: 2 - 5
  • Altersgruppe: ab 12 Jahre
  • Spieldauer: 90 bis 150 Minuten
 

Spielidee:

In diesem Spiel übernehmen 2-5 Spieler die Rolle eines Fürsten. Als Fürst hat man die Aufgabe, sein Fürstentum im 16. Jahrhundert mit prunkvollen Bauten und wunderschönen Landschaften stetig aufzuwerten. Um Ruhm und Ehre zu erlangen, müssen die Spieler Künstler und Gelehrte an ihren Hof holen. Das beeindruckende Fürstentum jeden Spielers, soll die Künstler und Gelehrten zu imposanten Werken inspirieren und somit das Ansehen erhöhen. Diese Aktivitäten werden mit Prestigepunkten belohnt und auf einer Zählleiste entsprechend markiert. Der Spieler, der nach 7 Runden die meisten Prestigepunkte erlangt hat, ist der erfolgreichste Fürst des Spiels.

Spielmaterial:

1 Spielplan, 5 Spieltafeln (Ablagefeld für die Plättchen und Fürstentum genannt), 30 Gebäude, 18 Landschaften, 12 Freiheiten, 6 Baumeister, 7 Gaukler, 60 Spielkarten, Spielgeld, 6 Spielfiguren, 6 Spielsteine, Erweiterung: 6 Charakterkarten

Die Fürsten von Florenz - Blaues Fürstentum

Foto: www.boardgamegeek.com

Spielbeschreibung:

Das Fürstentum:
Jeder Spieler erhält eine viereckige Spieltafel, die das Fürstentum darstellt. Auf dieser Tafel werden im Laufe des Spiels Gebäudeplättchen platziert, um das Fürstentum aufzuwerten. Die Fürsten starten mit einem Palazzo. Die restlichen Bauplätze sind in Rasterform markiert und können bebaut werden. Des Weiteren sind die einzelnen Künstler und Gelehrten nebst erforderlicher Vorraussetzung zur Erstellung eines Werkes abgebildet. Außerdem legt jeder Künstler oder Gelehrte wert auf besondere Freiheiten. Hierzu zählt die Reisefreiheit, Meinungsfreiheit und Religionsfreiheit. Diese Freiheiten können die Fürsten unterstützen, erwerben und auf der Fürstentumstafel auslegen. Doch auch nützliche Baumeister und Gaukler sind nicht zu verachten. Auch diese können angeheuert und in Form eines Plättchens auf unserer Fürstentumstafel ausgelegt werden. Außerdem verschönern Wälder, Seen und Parks unser Fürstentum. Diese Aktionen erbringen in insgesamt 7 Runden Prestigepunkte. Jede Runde ist in 2 Phasen unterteilt.

Die 1. Phase:
Den Spielern stehen insgesamt 5 Aktionsmöglichkeiten zur Verfügung. Hierzu zählen Landschaften, Gaukler und Baumeister in Form von Plättchen. Des Weiteren gehören Abwerbekarten und Prestigekarten zu den Aktionen. Die Abwerbekarten ermöglichen, Gelehrte und Künstler eines gegnerischen Fürstentums für das eigene Fürstentum zu begeistern und an den eigenen Hof zu holen. Die Prestigekarten können bei Erfüllung von besonderen Aufgaben zum Ende des Spiels zusätzliche Prestigepunkte einbringen. All diese Aktionen müssen mit mindestens 200 Florin bezahlt werden. Der entsprechende Preis wird durch eine Versteigerung unter den Spielern ermittelt. Jede beschriebene Aktion kann jedoch pro Runde nur einmal versteigert werden.

Die 2. Phase:
In der zweiten Phase kann man zwischen mehreren Aktionen wählen und diese direkt ohne Versteigerung ausführen. Die Spieler haben die Möglichkeit Gebäude zu errichten oder Freiheiten wie Meinung, Religion und Reise mit ihrem Geld, genannt Florin, zu kaufen.

Das Auslegen der Gebäudeplättchen auf die eigene Fürstentumstafel muss wohlüberlegt sein, denn platzierte Gebäude und auch Landschaften, dürfen nicht mehr versetzt werden. Die Fläche ist sehr begrenzt, bedingt durch die unterschiedlichen Größen der Gebäude und Landschaften. Es ist im Grunde nicht möglich, alle Felder unseres Fürstentums zu bebauen, da man recht schnell blockiert ist.

Außerdem kann man in der 2. Phase sogenannte „Personenkarten“ erwerben. Auf diesen Karten sind Gelehrte und Künstler abgebildet sowie die verschiedenen Vorraussetzungen, um ihre Werke fertig zu stellen. Dazu gehören Gebäude, Landschaften und Freiheiten. Ein Alchemist benötigt z. B. einen See, Meinungsfreiheit und natürlich ein Laboratorium. Nur wenn alle notwendigen Wohlfühlforderungen geschaffen sind, erreicht man den optimalen Werkzahlwert 10. Jedoch kann die notwendige Werkzahl zusätzlich aufgewertet werden. Hierfür sind Gaukler, Bonuskarten, Personenkarten und Abwehrkarten von Nöten. Bonuskarten können ebenfalls in dieser Phase erworben werden und bringen zusätzliche Punkte für die Fertigstellung eines Werkes ein. Die Fertigstellung eines Werkes ist ebenfalls eine Aktion.

Pro Runde ist ein Mindestwert zur Fertigstellung eines Werkes vorgegeben. Diesen Wert gilt es zu erreichen, um überhaupt Geld für die Fertigstellung zu erhalten. Der Spieler, der am Ende der Phase 2 das Werk mit der höchsten Werkzahl errichtet hat, erhält zur Belohnung drei Prestigepunkte. Die Werkzahl wird übrigens durch kleine Marker in der jeweiligen Spielerfarbe auf der Zählleiste zum besseren Vergleich festgehalten.

Die Einnahmen der Werke können nach Fertigstellung auch in Punkte eingelöst werden. Beispiel: Für die zweite Runde beträgt der zu erreichende Mindestwert für ein Werk 12. Der Spieler hat durch entsprechende Zusatzpunkte die Werkzahl 13 erreicht. Dies bringt ihm 1300 Florin ein. Er hat die Möglichkeit Punkte zu erwerben. Pro Punkt muss er 200 Florin bezahlen. Er könnte nun z. B. 5 Punkte für 1000 Florin kaufen und die restlichen 300 Florin später für weitere Investitionen verwenden.

Spielende:
Das Spiel endet automatisch nach 7 Runden. Wer die meisten Prestigepunkte erreichen konnte, ist der erfolgreichste Fürst.

Die Fürsten von Florenz - Pressefoto

Foto: www.spielgilde.de

Fazit:

Das Spiel „Die Fürsten von Florenz“ überzeugt durch einen originellen Spielmechanismus, der uns ein Versteigerungselement sowie ausreichend strategische Möglichkeiten beschert. Als Fürsten im 16. Jahrhundert sind die Spieler bemüht, ihre Fürstentümer mittels imposanter Bauten, Landschaften und proklamierter Freiheiten weiterzuentwickeln. Doch auch Gaukler und Baumeister werden benötigt, um unsere erworbenen Künstler und Gelehrte bei Laune zu halten. Nur die geschaffenen Werke unserer Künstler und Gelehrten am Hofe mehren unseren Ruhm und bringen uns die für den Sieg benötigten Prestigepunkte ein.

Das Spiel wurde im Jahre 2000 bereits im Alea Verlag veröffentlicht und nun von Pro Ludo neu aufgelegt. Hier stellt sich also die Frage, was gibt es neues? Meiner Meinung nach ist die Grafik etwas ansprechender ausgefallen. Des Weiteren kann das Spiel nun bedingt durch die entwickelte und besonders gut umgesetzte Sonderregel auch von 2 Personen gespielt werden. Die Preise werden zu zweit etwas teurer und die Versteigerungsphase ist sehr schnell abgehalten. Außerdem wird die Erweiterung „Muse & Prinzessin“, bestehend aus 6 Karten, mitgeliefert. Diese Karten werden in der neu geschaffenen Phase A2 versteigert und bieten den Spielern Zusatz-Boni und damit Abwechslung und neue Gewinnstrategien. Für eine weitere Spielidee sorgt die Erweiterung „kooperatives Bauen“. Diese neue Regel macht es möglich, Gebäude gemeinsam mit einem Mitspieler zu nutzen. Hierfür werden die Fürstentumstafeln der Spieler auf die Rückseite gedreht und so zusammengelegt, dass ein gemeinsamer Spielplan entsteht.

Anfangs ist das Spiel recht schwer durchschaubar. Die umfangreiche Spielregel von insgesamt 16 DIN-A4-Seiten ist nicht zu verachten. Doch die einzelnen Aktionen und Karten werden sehr gut erklärt und jeweils am Rand kurz zusammengefasst. Die komplexe Spielregel lässt keine Frage offen. Allerdings fällt der Spieleinstieg sehr schwer. Es braucht Zeit, bis man die vielen Möglichkeiten des originellen Spielmechanismus erkannt hat und optimal einsetzt. Eine konkrete Strategie habe ich bisher noch nicht entwickeln können. Dadurch dass man nicht abschätzen kann, wie man bei der Versteigerung abschneidet, muss man immer neue Möglichkeiten in Erwägung ziehen und stetig umplanen.

Im Spiel zu zweit kommt es eher selten zu Wartezeiten, so dass wir mit einer Spieldauer von ca. 60 Minuten auskamen. Dies ist jedoch im Spiel zu viert anders, da man Wartezeiten definitiv einplanen muss. Wir benötigten in einer vierer Runde meist 2 Stunden. Je mehr Spieler umso länger dauert das Spiel.

In der Spielschachtel befindet sich ein qualitativ hochwertiges und grafisch sehr gut umgesetztes stimmungsvolles Spielmaterial aus Holz und robustem Karton, wobei ich allerdings zum Manko des Spiels komme. Die Fächer für das Spielmaterial sind insgesamt zu klein geraten, so dass es kaum in die Schachtel passt. Aber da dies den Spielspass nicht beeinflusst, kann ich darüber hinwegsehen.

Der Autor Wolfgang Kramer hat mit diesem Spiel eine wirkliche Meisterleistung und ein sehr spannendes „Werk“ vollbracht. Für Familien wird dieses Spiel allerdings zu anspruchsvoll sein. Es ist meiner Meinung nach für diese Zielgruppe auch aufgrund der umfangreichen Spielregel eher nicht geeignet. Dieses komplexe Versteigerungsspiel ist für Vielspieler allerdings besonders empfehlenswert. Die vielen Möglichkeiten machen das Spiel zu einem anspruchsvollen Strategiespiel, das mit einer geringen Glückskomponente auskommt und taktisch sehr viel zu bieten hat.

Das Spiel ist für Vielspieler absolut lohnenswert und endlich wieder im Handel erhältlich. Wer es noch nicht besitzt, der sollte zugreifen, da man für ca. 25 Euro ein wirkliches Spielhighlight erhält.

Wir danken dem Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplars!

Unsere Spielspaß-Wertung:

gutes Spiel

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