Biete Seide für Salz

Oltre Mare

Foto: www.boardgamegeek.com

  • Autor: Emanuele Ornella
  • Verlag: Amigo Spiele
  • Erschienen: Essen 2005
  • Anzahl Spieler: 2 - 5
  • Altersgruppe: ab 12 Jahre
  • Spieldauer: 60 Minuten und mehr
  • Spielregel: OltreMare_10055.pdf
 

Spielidee:

Die Spieler versuchen als Händler ihr Glück und sind darauf erpicht, so viele Waren wie möglich zu verkaufen. Durch ihr Schiff erreichen sie wichtige Handelspunkte, um ihre Waren anzubieten und reichlich Ducati zu erwirtschaften. Wer am Ende des Spiels die meisten Ducati kassiert hat, gewinnt das Spiel.

Spielmaterial:

98 Warenkarten, 1 Venedigkarte, 1 Startspielerplättchen, 40 Prestigeplättchen, 1 Spielplan, 5 Übersichtskarten, 32 Hafen-Bonusmarker, 5 Minusmarker, 5 Holzwürfel in 5 Farben, 5 Schiffe in 5 Farben sowie eine Spielregel.

Oltre Mare - Spielaufbau

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Spielvorbereitung:

Der Spielplan wird in die Mitte des Tisches gelegt. Jeder Spieler bekommt ein Schiff, einen Marker und eine Übersichtskarte in seiner Farbe. Kleine runde Hafenbonusmarker werden auf dem Spielplan verteilt und jeweils einer auf jede Hafenstadt gelegt. Warenkarten, die z.B. Salz oder Seide zeigen, werden gemischt und neben den Spielplan gelegt. Jeder Spieler besitzt 11 Ducati als Startkapital, die auf der Zählleiste am Spielplanrand markiert werden. Die Spieler ermitteln ihren Starthafen. Der Startspieler erhält das Startspielerplättchen und behält es für das gesamte Spiel. Jeder Spieler erhält verdeckt auf die Hand 4 Warenkarten vom Warenstapel. Die Wertungskarte für die Zwischenwertung wird etwa in die Mitte des Stapels gesteckt und das Spiel kann beginnen.

Spielbeschreibung:

Oltre Mare - Warenkarten Salz und Tonkrüge

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Auf dem Spielplan ist eine Seefahrtskarte mit verschiedenen Häfen abgebildet. Die Häfen sind mit Bonusmarkern versehen, die uns z.B. Schutz vor Piraten gewähren oder aber eine Zusatzeinnahme ermöglichen. Umrandet wird der Spielplan von einer Zählleiste, die jeweils den aktuellen Ducati-Stand der Spieler anzeigt. Hauptsächlich agieren die Spieler mit ihren Handkarten, so dass der Spielplan eher ein Nebenschauplatz ist und nur zum Ansteuern der Häfen dient.

Sieben verschiedene Waren - Edelsteine, Schriftrollen, Seide, Salz, Tonwaren, Oliven und Korn - sollen verkauft werden. Im Spiel zu zweit werden die Kornkarten aus dem Spiel genommen.

Jede Warenkarte hat verschiedene Symbole. Es wird die Ware sowie deren gesamte Kartenanzahl im Spiel dargestellt. Oben rechts zeigt ein Löwe mit einer Zahl das Handkartenlimit an. Unten rechts sind kleine Pakete bzw. Frachtsymbole abgebildet, die festlegen, wie viele Warenkarten der aktive Spieler auslegen muss. Links außen weisen Symbole auf die entsprechenden auszuführenden Aktionen hin. Eine Münze steht für Ducati-Einnahme, die Piratenflagge bringt Minuspunkte ein, ein Kartensymbol erlaubt das Nachziehen von Karten und ein Schiff ermöglicht den Spielern auf dem Spielplan zu segeln.

Nun zu den einzelnen Phasen: Die 1. Phase, auch Seefahrtsmachtsphase genannt, dient zur Überprüfung des Handkartenlimits. Die zuletzt ausgelegte eigene Karte ist hierfür maßgeblich. Der dortige Löwe zeigt an, wie viele Karten der aktive Spieler zu Beginn seines Zuges besitzen darf. Überzählige Handkarten müssen auf den eigenen Ablagestapel, Piratenstapel genannt, gelegt werden. Es folgt die 2. Phase bzw. die Handelsphase, welche das Handeln von Waren oder Ducati unter den Spielern zulässt. Sobald ein Handel mit einem Mitspieler zu Stande gekommen ist, erhält der Mitspieler zur Belohnung ein Prestigeplättchen. Wer später bei der Wertung die meisten Prestigeplättchen besitzt, bekommt extra Ducati. Außerdem kann der Spieler Warenkarten vom Nachziehstapel oder vom eigenen Piratenstapel kaufen.

Die folgende Aktionsphase bildet die spielentscheidenden Aktionsmöglichkeiten. In dieser Phase wird die Fracht verkauft. Der aktive Spieler muss die auf seiner obersten ausliegenden Karte angegebene Anzahl von Handkarten auslegen. Für die spätere Wertung ist zu beachten, dass auf diesem Stapel nur die jeweils hintereinander liegenden gleichen Warenkarten Ducati einbringen. Die auf den gerade ausgelegten Karten abgebildeten Aktionen muss der aktive Spieler nun ausführen. Ducati bringen Geld. Sollte die Piratenflagge abgebildet sein, muss der aktive Spieler Karten vom Nachziehstapel ziehen und auf seinem Piratenstapel verdeckt ablegen. Abgebildete Kartensymbole ermöglichen ein kostenloses Nachziehen von Warenkarten. Ein abgebildetes Schiff lässt die Spieler in See stechen. Der aktive Spieler kann sein Schiff entlang der markierten Seeroute auf dem Spielplan ziehen und - falls vorhanden - Hafenbonusmarker erhalten.

In der 4. Phase muss der aktive Spieler seine gerade abgelegten Waren in beliebiger Reihenfolge auf seinen Frachtstapel - neben den Piratenstapel - legen. Hierbei sollte er beachten, dass er Warensymbole gleicher Art immer hintereinander legt, da dies für die Wertung maßgeblich ist. Die nun oben liegende Karte des Frachtstapels gibt für den nächsten Zug des Spielers das neue Handkartenlimit und die Anzahl der auszuspielenden Karten an. Die Spieler sollten sich daher immer gut überlegen, welche Karte sie zuletzt auf ihren Frachtstapel legen.

Wertungen:
Sollte die Venedigkarte vom Warenstapel aufgedeckt werden, erfolgt sofort eine Zwischenwertung. Wer die meisten Prestigeplättchen besitzt, erhält 6 Ducati; der zweite 3 Ducati und der dritte 1 Ducato. Anschließend wird der Frachtstapel jedes Spielers ausgewertet. Die oberste Warensorte wird entnommen und bildet den neuen Frachtstapel. Die restlichen Karten werden gewertet. Gewertete Karten kommen auf den Ablagestapel. Je nach Anzahl der hintereinanderliegenden Warensorten werden Punkte vergeben. Wer z.B. zwei Edelsteine hintereinander liegen hat, erhält nach der Punktetabelle 5 Ducati. Grundsätzlich gilt: je mehr gleiche Warensorten hintereinander liegen, umso mehr Ducati gibt es dafür.

Spielende:
Mit dem Aufdecken der letzten Warenkarte endet das Spiel und die laufende Runde wird noch ausgeführt. Danach erfolgt die Schlusswertung. Hier werden wie bei der Zwischenwertung die Prestigeplättchen sowie der Frachtstapel gewertet; zusätzlich noch der Piratenstapel und die gesammelten Hafen-Bonusmarker. Pro Karte im eigenen Piratenstapel wird 1 Ducati abgezogen. Außerdem erhalten die Spieler noch Geld für die meisten Hafen-Bonusmaker. Wer nach der Schlusswertung die meisten Ducati besitzt, hat gewonnen.

 

Fazit:

Oltre Mare - Hafenbonusmarker

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Oltre Mare ermöglicht den Spielern das Verkaufen und Handeln ihrer Waren in insgesamt 4 Phasen pro Zug. Außerdem können die Spieler per Schiff verschiedene Häfen anfahren und manche hilfreiche Bonusmarker kassieren. Die meisten Ducati kann man durch das Verkaufen der Warenkarten und das richtige Ablegen auf dem Frachtstapel erhalten. Die Spieler sollten sich daher die Reihenfolge der Warensorten dort merken. Beim Sammeln und Ablegen der Karten kommt es für jeden Spieler immer wieder zu mehreren Konflikten. Welche Karten soll ich auslegen? Helfen mir die darauf abgebildeten Aktionssymbole weiter? Oder bringen sie mehr Nachteile als Vorteile? Welche Karte soll ich oben auf legen? Passt das neue Handkartenlimit? Wie viele Karten muss ich dann in der nächsten Runde auslegen? Habe ich die passenden Karten schon auf der Hand? Oder muss ich dann handeln oder nachkaufen? Diese und noch weitere Probleme tauchen ständig auf. Man muss so viele Dinge gleichzeitig beachten, dass man schnell ins Grübeln kommt und der Spielfluss dadurch oft ins Stocken gerät.

Sicherlich ist bei diesem Spiel das Kartenglück nicht zu unterschätzen. Dennoch wurden durch diesen außergewöhnlichen Kartenmechanismus viele strategische Möglichkeiten geschaffen. In größeren Runden konnte uns das Spiel nicht so recht begeistern, insbesondere wenn Grübler dabei waren. Wir kamen mit der angegebenen Spieldauer von 60 Minuten meist nicht aus und brauchten eher 90 Minuten und mehr. Eine Zweierrunde lief weitaus flüssiger und dauerte nicht so lange. Allerdings ist Oltre Mare weitaus kommunikativer in einer größeren Spielrunde, da dort mehr gehandelt wird und dies auch die Funktion der Prestigeplättchen erst sinnvoll macht.

Die Spielregel ist sehr gut erklärt und lässt das Spiel nur anfangs etwas komplex erscheinen. Recht schnell waren wir mit den Spielmechanismen vertraut. Das Design ist sehr ansprechend ausgefallen, wobei die Schiffe aus Kunststoff sind und die Farben der Spieler etwas schwer zu erkennen sind.

Oltre Mare ist ein interaktives Spiel, das die Spieler immer am Spielgeschehen teilhaben lässt. Trotzdem kann es sehr eintönig werden, wenn man bedingt durch die Kartenhand mehrere Runden immer nur eine Karte auslegen kann. Alles in allem ist Oltre Mare im Grunde ein Kartenspiel. Der Spielplan wird nur zum Verteilen der Hafenbonusmarker und zum Zählen der Ducati gebraucht. Es erinnert ein wenig an Bohnanza, spielt sich aber lange nicht so flüssig.

 

Unsere Spielspaß-Wertung:

geht so

Wir danken dem Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplars!

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