Wohlstand und Ansehen in San Juan

San Juan

Foto: www.amazon.de

  • Autor: Andreas Seyfarth
  • Grafik: Franz Vohwinkel
  • Verlag: Alea
  • Erschienen: Nürnberg 2004
  • Anzahl Spieler: 2 - 4
  • Altersgruppe: ab 10 Jahre
  • Spieldauer: 45 - 60 Minuten
  • Spielregel: SanJuan.pdf
 

Einleitung

"San Juan" ist ein taktisches Kartensammelablegespiel und der Nachfolger des preisgekrönten Puerto Rico, welches auch als der "große Bruder" bezeichnet wird, da Puerto Rico ein sehr taktisches Brettspiel und nicht zu zweit spielbar ist, wird dies wohl der Grund sein, warum der Autor eine "vereinfachte" Variante, die ab 2 Personen und in viel kürzerer Spieldauer zu spielen ist, auf den Markt gebracht hat.

Spielidee:

Man schlüpft in die Rolle eines Baumeisters, Aufsehers, Händlers, Ratsherrn oder Goldsuchers (5 Rollenkarten). Wir befinden uns in der "Neuen Welt" und sind darauf aus Wohlstand und Ansehen zu erlangen. Hierbei müssen wir darauf achten, sehr ertragreiche Produktionsstätten zu erbauen oder aber sehr nützliche bzw. wichtige Gebäude zu errichten, um somit die meisten Siegpunkte zu bekommen. Das Spiel geht über mehrere Runden.

Spielmaterial:

110 Spielkarten, 1 Gouverneurskarte, 5 Rollenkarten, 5 Handelshaus-Kärtchen, 1 Wertungsblock, 1 Bleistift, 1 Spielregel

San Juan - Spielmaterial

Foto: www.michas-spielmitmir.de

Spielvorbereitung:

Nach dem auslosen des Startspielers, bekommt dieser die Gouverneurskarte. Die bereits erwähnten 5 Rollenkarten werden in der Mitte des Tisches gelegt und die ebenso 5 Handelshaus-Kärtchen verdeckt als Stapel dazu gelegt. Zu Beginn bekommt jeder als Produktionsstätte eine Indigoküpperei und 4 Karten vom vorher gemischten Kartenstapel verdeckt auf die Hand. Die restlichen Karten bilden den Nachziehstapel.

Spielbeschreibung:

Die Rolle des Gouverneurs und Startspielers wird ausgelost und wechselt im Uhrzeigersinn. Der Gouverneur wählt dann eine der 5 Rollen aus, dann sind die anderen Spieler im Uhrzeigersinn an der Reihe und wählen aus den übriggebliebenen Rollenkarte eine Karte aus. Die Gouverneurskarte wird mit dem letzten Spieler der Runde an den nächsten weitergegeben. Hierbei ist zu beachten: Im Spiel für zwei wählt der Gouverneur zwei Rollen aus.
Die jeweiligen Rollen sind als Aktionskarten zu verstehen, die für alle Spieler nützlich sind. Ausgeschlossen ist die Rolle des Goldsuchers, diese Rolle bringt nur etwas für den aktiven Spieler.

Nun zu den 5 Rollenkarten, ihre Aktionen und Vorzüge für den jeweiligen Inhaber:

Baumeister
Die Spieler können ein Gebäude von ihren Handkarten bauen und der Baumeister selber zahlt eine Karte weniger für den Bau.
Eine Handkarte, die man als Gebäude oder Produktionsstätte erbauen möchte legt man vor sich ab. Bezahlen muss man sie mit eigenen Handkarten, d. h. zeigt die zu erbauende Karte 4 an, muss man 4 beliebige Handkarten abgeben. Produktionsstätten können soviel wie man will erbaut werden, jedoch violette Gebäude nur maximal einmal jeder Art.

Aufseher

Diese Phase bedeutet, das Waren produziert werden. Der Spieler, der die Aufseherrolle inne hat, darf zwei Waren produzieren, die anderen nur eine. Wie wird produziert? Man nimmt eine Karte vom Nachziehstapel und legt sie ohne anzusehen auf eines seiner leeren Produktionsstätten ab. Die Karten werden verdeckt auf die Produktionsgebäude gelegt. Derjenige, der das Privileg des Aufsehers hat, darf dann zwei Waren ziehen und auch nur auf leere Produktionsstätten legen. Sollte ein Spieler kein leeres Produktionsfeld haben, ist das nun mal Pech und er kann nichts produzieren. Diese abgelegten Karten sind quasi Waren, die in der Händlerphase verkauft werden können.

Händler
In der Händlerphase kommt es zum verkaufen der Waren. Der Spieler mit der Rolle des Händlers darf sogar zwei Waren veräußern, die anderen nur eine. Nun spielen die verdeckten Handelshaus-Kärtchen eine wichtige Rolle, da sie die aktuellen "Verkaufspreise" der jeweiligen Waren anzeigen, so wird nun die oberste Handelshaus-Karte umgedreht. Der Verkaufspreis zeigt die Summe an, die für das nachziehen von Karten des Nachziehstapels bzw. Aufnehmestapels maßgeblich sind.

Ratsherr

Der Spieler, mit dem Privileg Ratsherrn darf fünf Karten vom Nachziehstapel nehmen und eine behalten. Die Mitspieler dürfen allerdings dann nur aus zwei Karten wählen.

Goldsucher
Nur der Spieler mit der Rolle des Goldsuchers, darf eine Karte vom Nachziehstapel auf die Hand nehmen, die anderen Spieler gehen leer aus.

Zu den Besonderheiten einer neuen Runde:
Die Rollenkarten kommen alle zurück in die Tischmitte. Die Gouverneurskarte wird weitergereicht. In jeder Runde muß der aktive Gouverneur an die Gebäudekarte Kapelle erinnern (d. h. eine Handkarte unter das erbaute Gebäude Kapelle schieben) , das Handkartenlimit von 7 Karten (bzw. 12 durch Sondergebäude) kontrollieren und die Runde beginnen.

Nun zu den verschiedenen Gebäudearten:
Jeder Gebäudekarte kann man die Baukosten, Siegpunkte, Gebäudenamen und Erläuterungen entnehmen.

Es gibt 5 verschiedene Produktionsstätten von denen die Spieler soviel wie sie möchten anbauen können. Hierzu zählen die Indigoküpereien, Zuckermühlen, Tabakspeicher, Kaffeeröstereien und Silberschmelzen.

Außerdem gibt es 24 verschiedene violette Gebäude, die jeder Spieler nur einmal bauen darf. Pro Gebäude sind 3 im Spiel, nur von den sechser Gebäuden sind 2 im Spiel. Die Besonderheit der jeweiligen Karte darf dann erst nach der Baumeisterphase genutzt werden, die Einsetzung dieser Karten ist freiwillig.

Zu den violetten Gebäuden gehören:

Schmiede, Goldgrube, Archiv, Armenhaus, Schwarzmarkt, Handelsstation, Brunnen, Marktstand, Kran, Kapelle, Turm, Aquädukt, Schreinerei, Präfektur, Markthalle, Steinbruch, Bibliothek, Denkmal Statue, Denkmal Siegessäule, Denkmal Reiter, Zunfthalle, Rathaus, Triumphbogen und der Palast.

Eingehen möchte ich im Besonderen auf die "Kapelle". Zu Beginn jeder Runde darf der Spieler mit der ausliegenden Kapelle eine Karte, mit der Rückseite nach oben, unter seine Kapelle legen, er kann eine beliebige Karte von seiner Hand wählen und erhält bei der Wertung pro Karte einen zusätzlichen Siegpunkt.

Die violetten Gebäude haben Sonderfunktionen, die sich positiv für den Spieler selber auswirken. Inwiefern jeder Spieler dies nutzt und welche er dieser Karten vor sich auslegt gehört zur Taktik jedes einzelnen. Die Denkmal Karten bringen jedoch nur Siegpunkte und haben keine besondere Funktion, die von den Spielern genutzt werden könnten. Außerdem gibt es 6er-Gebäude (d. h. sie kosten 6 Karten, wenn man sie auslegen möchte), hierzu zählt das Rathaus, der Triumphbogen, die Zunfthalle und der Palast. Der Spieler, der diese Gebäude gebaut hat, bekommt bei der Wertung am Spielende zusätzliche Siegpunkte. So bekommt man z. B. 2 Punkte pro erbautes Produktionsgebäude oder einen zusätzlichen Punkt für jedes violette Gebäude.

Spielende:

Wenn einer der Spieler 12 Gebäude erbaut hat, endet das Spiel nach der Baumeisterphase. Die Spieler zählen nun ihre Siegpunkte ihrer ausgelegten Gebäude. Außerdem werden die Zusatzpunkte für die Kapelle und 6er-Gebäude ermittelt, daher gehört auch ein Block und ein Stift zum Spielmaterial. Auch bei diesem Spiel gewinnt der Spieler mit den meisten Siegpunkten.

Mögliche Spielvariante:
Für Fortgeschrittene Spieler ist die Regelvariante zu erwähnen, die es ermöglicht, das jeder Spieler zu Beginn zu seinen bereits ausgeteilten Handkarten noch zusätzliche Karten entsprechend der Spielerreihenfolge bekommt. Der Spieler schaut sich nun alle seine erhaltenen Karten an und wählt vier aus, die restlichen Karten kommen auf den Ablagestapel.

Fazit:

Als Spieler muss man sich immer entscheiden, ob man nun die Rolle des Aufsehers, Händlers, Goldsuchers, Ratsherrn oder Baumeister wählt. Jedesmal muss man in der Baumeisterphase abwägen, welche Karten man behält und mit welchen man das entsprechende Gebäude nun bezahlt. Jeder Spieler hat irgendwie immer "Kartennot" und die Karte, die man unbedingt braucht ist nicht dabei, dies macht das Spiel jedoch zu einem sehr interessanten, taktischen und ausgewogenen Kartensammel- und Ablegespiel.

Das Spielmaterial ist durchaus in Ordnung und die Spielregeln sind gut erklärt. Zu jeder einzelnen Spielkarte wird die Bedeutung erläutert, dies ist auch nötig, da man anfangs Schwierigkeiten hat, die Funktion und Bedeutung der Karten zu verstehen. Beim ersten oder zweiten Spiel muss mit Sicherheit nachgelesen werden, es sei denn, man spielt mit einem Spieler, der das Spiel bereits kennt, aber bei jedem Spiel dauert für gewöhnlich die erste Partie etwas länger.

Besonders gefallen hat mir, dass das Spiel jedes Mal anders abläuft und man keine allgemeine Strategie entwickeln kann. Sicherlich hängt es auch von den guten oder schlechten Handkarten ab, welches Glückssache ist, aber man hat immer noch die Möglichkeit taktisch gesehen die Karten entsprechend gut einzusetzen.

Interaktion ist durch die Wahl einer Rolle nur gering gegeben, da man andere Spieler nur durch die "Wegnahme" einer Rolle ärgern kann.

Wir haben das Spiel bisher schon zu zweit, dritt und zu viert gespielt. Jede Partie hat Spaß gemacht, aber zu viert war es am besten, da durch mehr Personen auch pro Runde mehr Rollenkarten zum Einsatz kommen.

Das Brettspiel Puerto Rico habe ich bisher noch nicht gespielt, so kann ich leider nicht berichten, ob San Juan besser oder schlechter ist, aber ich habe mir sagen lassen, das San Juan nicht so kompliziert ist.

Das Preisleistungsverhältnis ist in Ordnung, da man für ca. 12 Euro ein sehr schönes Kartenspiel bekommt.

Unsere Spielspaß-Wertung:

nettes, überdurchschnittliches Spiel

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