Cluedo meets "Der Name der Rose"

Das Geheimnis der Abtei

Foto: www.daysofwonder.com

  • Autor: Bruno Faidutti & Serge Laget
  • Verlag: Days of Wonder
  • Erschienen: Nürnberg 2003
  • Anzahl Spieler: 3 - 6
  • Altersgruppe: ab 8 Jahre
  • Spieldauer: 60-90 Minuten
  • Spielregel: ma_rules_de.pdf
 

Spielidee:

Die friedliche Abtei der Templer ist ein seltener Ort der Ruhe für erschöpfte Reisende. Genauso hast du sie vorgefunden, als du letzte Nacht eingetroffen bist. Doch diese Ruhe wurde heute Morgen jäh zerstört, als der leblose Körper von Bruder Adelmo am Fuße der Klippen gefunden wurde. Ist der für gewöhnlich leichtfüßige Bruder in den Tod gestürzt? Oder hat jemand bei seinem Sturz nachgeholfen? Alles scheint darauf hinzudeuten, dass etwas faul ist. Der Abt bittet dich und deine Kameraden, Ermittlungen anzustellen und des Rätsels Lösung zu finden. Ihr fragt euch nun: „Wer hat Bruder Adelmo umgebracht?

Spielmaterial:

1 Spielplan mit der Abtei der Templer, 6 Mönchsfiguren, 6 Notizbücher für die Spieler (Kurzanleitung), 102 illustrierte Karten (24 Verdächtigenkarten, 24 Ereigniskarten, 29 Scriptorium-Karten, 9 Bibliothekskarten, 6 Krypta-Karten, 8 Messekarten), 1 Block (50 Blätter) mit Listen der Verdächtigen, 3 Mönchswürfel aus Holz, 1 Glocke, 1 Spielregel

Das Geheimnis der Abtei - Spielszene

Foto: www.boardgamegeek.com

Spielvorbereitung:

Der Spielplan wird in die Tischmitte gelegt. Jeder Spieler wählt eine farbige Mönchsfigur und stellt sie in die Kapelle. Außerdem erhält er ein Blatt mit einer Liste der Verdächtigen, das er in die Kurzspielregel legt und während des ganzen Spieles verdeckt hält. Die Karten werden getrennt gemischt und verdeckt auf die dafür auf dem Spiel vorgesehenen Felder gelegt. Aus den 24 Verdächtigenkarten wird eine Karte herausgezogen und verdeckt unter den Spielplan gelegt. Diese Karte zeigt den Täter, dessen Identität die Spieler während des Spiels ermitteln müssen. Die übrigen Verdächtigenkarten werden gleichmäßig an die Spieler verteilt. Die übrig gebliebenen Verdächtigen werden verdeckt auf den Spielplan gelegt. Sie kommen erst später ins Spiel. Durch einen Würfelwurf wird der Startspieler ermittelt. Dieser erhält die Messglocke und die Messkarten. Er beginnt und ist zunächst dafür verantwortlich, die Runden zu zählen und später zur Messe zu läuten.

Spielbeschreibung:

Das Geheimnis der Abtei - die Mönchswürfel

Foto: www.daysofwonder.com

Ziel des Spiels ist es, den Mörder von Bruder Adelmo zu finden. Jeder der 24 verdächtigen Mönche verfügt über fünf Eigenschaften. Er gehört einem Orden (Templer, Franziskaner, Benediktiner) an und ist entweder Abt, Bruder oder Novize. Außerdem trägt er eine Kopfbedeckung oder nicht, hat einen Bart oder nicht und ist entweder dick oder dünn. Indem sie einige dieser Eigenschaften ausschließen etc., können die Spieler die Zahl der Verdächtigen eingrenzen und schließlich den Mörder entlarven. Im Laufe des Spiels können die Spieler ihre Enthüllungen und Anschuldigungen vortragen. Sofern diese richtig sind, bringen sie Pluspunkte, ansonsten Minuspunkte. Sobald der richtige Verdächtige angeschuldigt wurde endet das Spiel. Sieger ist derjenige, der im Laufe des Spiels die meisten Punkte sammeln konnte. Das muss nicht zwangsläufig derjenige sein, der den Täter entlarvt hat.

Das Spiel selbst besteht aus mehreren Runden. Der Startspieler verschiebt zunächst die Messglocke auf der Messekarte und zählt damit die Runden. Anschließend bewegt der Spieler seine Spielfigur ein oder zwei Schritte auf dem Spielplan. Mit jedem Schritt kann er jeweils einen Raum betreten. Sollten sich dort ein oder mehrere Spieler aufhalten, hat der Spieler die Möglichkeit, einem Mitspieler eine Frage zu stellen.

Die Fragen können dazu dienen, den Kreis der Verdächtigen weiter einzugrenzen. Allerdings müssen diese offen gestellt werden, so dass alle Mitspieler sowohl die Frage als auch die Antwort mitbekommen. Der befragte Spieler kann entweder die Antwort verweigern und ein Schweigegelübde ablegen oder er beantwortet die ihm gestellte Frage. Sofern er geantwortet hat, darf er eine Gegenfrage stellen, die der aktive Spieler dann beantworten muss. Es versteht sich von selbst, dass man beim Antworten stets die Wahrheit sagen muss. Erlaubt sind alle Fragen, die ohne Namensnennung eines Verdächtigen beantwortet werden können.

Nach dem die Befragung abgeschlossen ist bzw. auch wenn sich niemand in dem Raum befindet, den der aktive Spieler betreten hat, wird die Aktion des jeweiligen Raumes ausgeführt.

 

Das Geheimnis der Abtei - die blaue Zelle

Foto: www.daysofwonder.com

Die Abtei besteht aus mehreren verschiedenen Typen von Räumen. Zunächst wäre da die Kapelle, in die die Spieler zur Messe jeweils nach vier Runden wieder zurückkehren. Dann müssen je nach Spielrunde eine bestimmte Anzahl von Verdächtigenkarten an den linken Nachbarn weitergegeben werden und eine Ereigniskarte gezogen und ausgeführt werden.

Im Beichtstuhl kann der aktive Spieler von demjenigen, der als letzter dort war, eine Verdächtigenkarte von der Hand ziehen. Das gleiche ist in der farbig gekennzeichneten Zelle (Wohnung) eines Mitspielers möglich. Allerdings darf man dort als Fremder eigentlich gar nicht hineingehen. Und falls man erwischt wird, muss man sofort zurück in die Kapelle und Buße tun (eine Runde aussetzen). Im Hof, dem Kreuzgang und den anderen leerstehenden Räumen passiert nichts. Dort können nur Befragungen durchgeführt werden, falls sich dort noch andere Spieler aufhalten sollten.

Im Schreibzimmer (Scriptorium) kann man eine der gleichnamigen Karten ziehen. Diese muss entweder sofort ausgeführt oder kann auf die Hand genommen werden. Scriptoriums-Karten enthalten jeweils kleine Begünstigungen oder vorteilhafte Ereignisse für den Spieler. Größere Vorteile bringen die Karten, die in der Bibliothek hinter dem Schreibzimmer gezogen werden können. Diese ermöglichen z.B. das Ansehen sämtlicher Handkarten eines Mitspielers. Da diese Bibliotheks-Karten ziemlich mächtig sind, darf jeder Spieler während des gesamten Spieles grundsätzlich nur einmal dorthin gehen.

Krypta-Karten kann man -wie der Name schon sagt- in der Krypta ziehen. Diese erlauben dem Spieler, im späteren Verlauf des Spiels, einen Doppelzug zu tun. Im Sprechzimmer kann der Spieler jeweils eine der noch verdeckt bereit liegenden Verdächtigenkarten ziehen und auf die Hand nehmen. Sollte dort keine Karte mehr vorhanden sein, so darf er einen Mitspieler bitten, ihm eine seiner Handkarten zu zeigen. Dazu muss der Spieler eine oder zwei Eigenschaften des Verdächtigen nennen, den er gerne sehen möchte.

Im Kapitelsaal schließlich -und nur dort- werden die Enthüllungen und Anschuldigungen gemacht. Enthüllungen enthalten immer eine bestimmte Eigenschaft des Täters. Der Spieler, der eine Enthüllung machen möchte (z.B.: der Mörder trägt eine Kapuze), schreibt diese auf einen bereitliegenden Zettel. Am Ende des Spiels werden alle getätigten Enthüllungen auf ihre Richtigkeit überprüft. Für eine richtige Enthüllung gibt es zwei Punkte; falsche Enthüllungen bringen einen Minuspunkt. Bei einer Anschuldigung nennt der Spieler den Namen des vermeintlichen Täters. Dies ist allerdings erst möglich, wenn im Sprechzimmer keine Verdächtigenkarten mehr ausliegen. Sollte die Anschuldigung richtig sein, endet das Spiel sofort. Der Spieler erhält dafür vier Pluspunkte. Sollte sie falsch sein (d.h. ein Mitspieler hat den genannten Verdächtigen auf der Hand), erhält der Spieler sofort zwei Minuspunkte und der nächste Spieler ist an der Reihe.

Gewonnen hat der Spieler mit den meisten Punkten. Bei Gleichstand gewinnt derjenige Spieler, der den Täter entlarvt hat.

 

Fazit:

Das Geheimnis der Abtei - Scriptoriums-Karten

Foto: www.daysofwonder.com

„Geheimnis der Abtei“ hat uns in unserer Spielrunde sehr viel Spaß gemacht. Das Spiel erinnert sehr an den Spieleklassiker Cluedo, bietet aber viele neue Spielelemente. Insbesondere das eher lästige und sehr glückslastige Würfeln zum Ziehen der eigenen Spielfigur entfällt.

Das Spielmaterial ist einwandfrei. Insbesondere der hübsch gestaltete Spielplan hat uns gefallen. Nur der Block mit der Liste der Verdächtigen ist in der beigefügten Aufmachung eher unbrauchbar, da er sehr unübersichtlich ist. Hier wäre eine Tabellenform, so wie man sie auf Fanseiten zum Download findet, eine bessere Alternative gewesen.

Das Lösen des Mordfalls macht einfach Spaß. Immer ist man darauf bedacht, weitere Verdächtige ausschließen zu können. Sei es durch das Ziehen von Karten oder das geschickte Ausfragen der Mitspieler. Hierbei zeigt sich jedoch recht schnell, dass es gar nicht so leicht ist, sinnvolle Fragen zu stellen. Denn schließlich hören alle Mitspieler mit. Man ist also stets darauf aus, eine Frage zu finden, deren Antwort nur einem selbst und nicht den Mitspielern weiterhilft. Hierfür sind aber einige Spiele notwendig, bevor man den Dreh raus hat.

Hilfreich sind auch die Vorschläge zu möglichen Spieltaktiken, die man auf der Kurzspielanleitung findet. Auch die große Zahl der verschiedenen Ereignis- oder Scriptoriumskarten führt dazu, dass jedes Spiel ein wenig anders verläuft und es immer wieder neue Karten zu entdecken gibt.

Meiner Meinung nach gibt es in diesem Spiel keine sichere Gewinnstrategie. Und dies macht den Reiz von „Geheimnis der Abtei“ aus. Man ist stets bemüht, so viele Informationen zu sammeln wie möglich, ohne selbst unnötig viel preiszugeben, was natürlich nicht immer gelingt. Wer ein noch taktischeres Spiel bevorzugt, kann als Variante die Bibliothek schließen und auch ohne Ereigniskarten spielen.

Alles in allem ist "Das Geheimnis der Abtei" eine sehr gelungene Weiterentwicklung des Klassikers Cluedo. Es bietet insbesondere in größeren Runden ein abendfüllendes Spielvergnügen, sowohl für Familien als auch für Vielspieler. In unserer Spielerunde kommt es immer wieder gerne auf den Tisch.

 

Unsere Spielspaß-Wertung:

sehr gutes Spiel !

Wir danken dem Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplars!

Dieses Spiel jetzt bestellen bei...

Bitte klicken Sie auf den Banner!