Frische Ware! Kauft Leute kauft...

Der Markt von Alturien

Foto: www.spiele-offensive.de

  • Autor: Wolfgang Kramer
  • Verlag: Pro Ludo
  • Erschienen: Nürnberg 2007
  • Anzahl Spieler: 2 - 6
  • Altersgruppe: ab 10 Jahre
  • Spieldauer: ca. 60 Minuten
 

Spielidee:

Das südeuropäische, an der Küste gelegene Reich Alturien versetzt die Spieler ins Mittelalter. Es kursieren viele Sagen um dieses Reich. Gewöhnliche Handelsfamilien konnten durch geschicktes Handeln zu Wohlstand und Ansehen kommen. Die einfachen Händler verbesserten ihre Positionen immer mehr. Dies ermöglichte ihnen die Aufnahme in den Adelsstand. Doch der Neid unter den Adeligen wuchs und sorgte bald für Kämpfe und Missgunst, so dass Alturien irgendwann an Ansehen verlor. Die Spieler werden in die Rolle einer Händlerfamilie versetzt und müssen ausreichend Prestige erlangen, damit sie in den Adelsstand berufen werden und das Spiel gewinnen.

Spielmaterial:

1 Spielplan, 6 Kunden und 1 Dieb, 72 Handelshäuser, 6 Marktführerkarten, 14 Prestigekarten, 1 Karte Stadtwache, 70 Spielgeld-Scheine, 2 Spezialwürfel, 6 Kurzspielregeln, 12 Investitionskarten

Der Markt von Alturien - Spielplan

Foto: www.spielgilde.de

Spielvorbereitung:

Die Spieler erhalten jeweils 12 Handelshäuser (Markstände), Spielgeld als Startkapital sowie eine Kurzspielregel. Würfel und Prestigekarten werden bereit gelegt. Die Kunden und der Dieb werden auf dem Spielplan platziert. Jeder Spieler darf anfangs beliebig 3 Marktstände und ein Spezialgeschäft platzieren. Die hellgrauen Spielfelder sind alle gleichwertig nur die dunkelgrauen Felder markieren Spezialgeschäfte, die lukrativer sind. Der jüngste Spieler beginnt und es geht reihum im Uhrzeigersinn weiter.

Spielbeschreibung:

Auf dem sehr schön gestalteten Spielplan sind die Marktstände von Alturien am Rand und in der Mitte abgebildet. Zu den Ständen führen Straßen, die in viereckige Feldern unterteilt sind. Auf diesen Feldern bewegen sich unsere Kunden, die nach einem Würfelwurf voranschreiten und zum Erwerb von Waren an den Marktständen stehen bleiben. Die insgesamt 6 Kunden haben jedoch verschiedene Kaufkräfte oder auch Wertigkeiten. Der wertvollste Adelige ist ein goldener Grande mit dem Kaufkraftfaktor 3, es folgen zwei silberne Marquisfiguren mit dem Kaufkraftfaktor 2 und abschließend drei bronzene Barone mit nur einem Kaufkraftfaktor. Doch auch auf dem Markt von Alturien führt ein Dieb sein Unwesen und bestiehlt regelmäßig die Marktstände der Spieler. Während des Spiels können die Spieler wählen, welche Figur sie nach einem Würfelwurf ziehen möchten. Dies kann ein beliebiger Kunde oder auch der Dieb sein. Wer den Dieb nach seinem Würfelwurf zieht, darf danach noch einmal würfeln.

Jeder Spieler besitzt insgesamt 12 Marktstände in seiner Farbe. Die kleinen symbolischen Markstände sind aus Plastik und können auch aufeinander gestapelt werden. Jeder Spieler hat die Möglichkeit einen Marktstand zu kaufen, um diesen auf den Spielplan zu platzieren. Hier gibt es mehrere Möglichkeiten, da es verschiedene farblich gekennzeichnete Marktabschnitte gibt. Wer die meisten Marktstände in einem solchen farblich gekennzeichneten Marktabschnitt besitzt, erhält für diesen Bereich die Marktführerschaft und erhält dort künftig mehr Geld von den Kunden. Immer wenn ein Kunde an einem Stand halt macht, erhält der dortige Spieler soviel Geld, wie es der Faktor der Adeligenfigur anzeigt. Der Betrag der Einnahmen hängt aber auch von der Anzahl der Gebäude ab. Beispiel: Der silberne Marquis bleibt auf einem Feld stehen, welches zwei Marktstände besitzt. Da der Marquis einen Marktwert von 2 besitzt, erhält der dortige Spieler somit 2 x 2, also 4 Real. Falls er die Marktführerschaft für diesen Marktabschnitt vorweisen kann, erhält er weitere 2 Real zusätzlich und nimmt in dieser Runde insgesamt 6 Real ein.

Spielzüge:
Der aktive Spieler kann bis zu 3 Aktionen in seinem Zug ausführen. Zuerst muss er würfeln und einen beliebigen Kunden oder den Dieb auf den Straßenfeldern entsprechend der Würfelzahl vorwärts ziehen. Der Dieb und die Kunden dürfen nur in Blickrichtung vorwärts gezogen werden. Richtungsänderungen sind nur an Kreuzungen möglich. Wenn ein Kunde an einem Marktstand eines Spielers halt macht, erhält der dortige Spieler sofort seine Einnahmen für diesen Marktstand. Einnahmen sind jedoch auch dauerhaft möglich, wenn der aktive Spieler einen Kunden vor einem Spezialgeschäft platziert hat. Die Spezialgeschäfte bringen regelmäßig Geld ein, auch wenn die Kunden nicht vorwärts gezogen wurden. Nach der Geldeinnahme haben die Spieler die Möglichkeit, ihr Geld zu investieren. Die Spieler können insgesamt zwischen 6 Investitionsmöglichkeiten wählen. Hierzu gehört z.B. das Aufwerten eines Marktstandes. Ein Marktstand aus dem eigenen Vorrat wird auf einen beliebigen bereits platzierten Marktstand gestellt und ist nun doppelt soviel wert. Außerdem kann man einen neuen Marktstand oder ein Spezialgeschäft kaufen und auf dem Spielplan beliebig platzieren. Zu beachten ist auch, das man in der Investitionsphase die für den Sieg notwendigen Prestigekarten für 12 Real erwerben kann.

Wenn der Dieb von dem aktiven Spieler vor ein Geschäft eines Mitspielers gezogen wird, muss der geschädigte Spieler sofort an den aktiven Spieler den Schaden bezahlen. Der Dieb besitzt einen Kaufkraftfaktor von Minus 2. Hat der Mitspieler dort 3 Markstände (auch Handelshäuser genannt), muss er 6 Real an den aktiven Spieler zahlen. Der geschädigte Spieler erhält jedoch zum Ausgleich die Karte „Stadtwache“, welche ab sofort vor Diebstahl schützt. Die Karte wird regelmäßig im Verlaufe des Spiels an die geschädigten Spieler weitergereicht. Der reichste Spieler erhält die Karte jedoch nie.

Spielende:
Wer als erster 3 Prestigekarten erwerben konnte, gelangt in den Adelsstand eines Barons und beendet somit das Spiel. Die aktuelle Runde wird allerdings noch zu Ende gespielt. Sollte mehrere Spieler gleich viele Prestigekarten erworben haben, so gewinnt der Spieler mit dem meisten Geld.

Fazit:

Der Markt von Alturien - Der Dieb

Foto: www.boardgamegeek.com

„Der Markt von Alturien“ ist ein einfaches Zugspiel. Pro Runde verdienen die Spieler Geld, stehlen oder werden bestohlen und investieren in ihre Marktstände, um möglichst schnell die für den Sieg notwendigen drei Prestigekarten kaufen zu können. Der Verlag Pro Ludo plant eine Spielreihe, welche die Sage um das Reich Alturien thematisch aufgreift und von dessen Aufstieg und Niedergang handelt. Die Spieler werden in die Rolle von Handelsfamilien versetzt, die in den Adelsstand aufgenommen werden möchten und gegeneinander konkurrieren. Ansehen und Prestige erlangen die Spieler nur, wenn sie mithilfe ihrer Marktstände Ware an ihre Kunden verkaufen und Geld einnehmen.

Grundsätzlich sollten die Spieler versuchen soviel Geld wie möglich zu erwirtschaften und dies frühzeitig in Marktstände zu investieren. Sie sollten darauf achten, dass sie immer einen Kunden vorwärts ziehen, der auf einem eigenen Marktstand oder Spezialgebäude stehen bleibt. Spezialgebäude erhöhen die Einnahmen, weil ein Kunde dort auch einkauft, wenn er nicht bewegt wurde. Allerdings sind die Mitspieler immer bemüht, diese lukrative und regelmäßige Einnahmequelle zu verhindern. Außerdem gibt es noch die Möglichkeit, die Mitspieler durch den Dieb zu schädigen. Es ist ratsam, immer eine Bargeldreserve übrig zu haben, da man recht schnell von einem Dieb bestohlen werden könnte. Andernfalls ist man gezwungen, Marktstände oder Prestigekarten zu verkaufen, um den Dieb „zu finanzieren“. In einer größeren Spielrunde wird daher deutlich, dass die für den Sieg wichtigen Prestigekarten nicht immer sicher sind, wobei der Dieb für einen steten finanziellen Ausgleich zwischen den Spielern sorgt. Insofern beschert uns das erst simpel erscheinende Spiel eine nicht zu verachtende reizvolle Ärgerkomponente.

Eine mitgelieferte Erweiterung in Form von Karten, die als neue Investitionsmöglichkeiten zur Verfügung stehen, sorgt für Abwechslung und mehr strategische Elemente. Die Regel ist sehr gut erklärt und das Spiel sehr schnell erlernbar. Die sehr große, grafisch attraktive Spielschachtel erinnert an die Spiele der 80er. Das Spielmaterial ist ausgezeichnet und umfangreich. Hervorzuheben ist, dass die Figuren der Adeligen detailgetreu nachempfunden wurden und die Thematik auf dem sehr großen Spielplan grafisch sehr gut umgesetzt wurde.

Eine Partie zu zweit dauerte bei uns nur ca. 35 Minuten, da keine allzu langen Wartezeiten entstanden. Dieses Spiel macht jedoch erst in einer großen Runde ab vier oder mehr Spielern richtig Spaß, da viel mehr agiert wird und die Taktik stetig wechselt. In einer größeren Runde kann man jedoch mit Wartezeiten rechnen, so dass unsere Partie 60 Minuten dauerte.

Der Markt von Alturien ist ein glückslastiges Würfelspiel mit geringer Taktikkomponente, aber interessanter Ärgerkomponente und kurzer Spieldauer. Für Strategen dürfte dieses Spiel eher weniger geeignet sein, dafür ist es aufgrund der Einfachheit sehr familientauglich.

Freunde von simplen, lockeren und schnell erlernbaren Spielen, die mehr Glück als Taktik mögen, werden viel Freude mit diesem Spiel haben.

Wir danken dem Verlag für die Zusendung des Rezensionsexemplars!

 

Unsere Spielspaß-Wertung:

geht so

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